PLANUNG eines LANDSCHAFTSPLATZES
Bevor wir jetzt zum konkreten Golfplatzbau kommen, müssen wir das vorhandene Land in die gewünschten Flächen einteilen, also einen Plan machen. Hierzu bereits sollte ein von anerkannten, also autorisierten Umweltorganisationen empfohlenen Naturschutz-Berater, auf Honorarbasis mit arbeiten. Mitarbeiten bedeutet hier : beraten und überwachen. Diese Tätigkeit sollte nicht mit der Fertigstellung einer Golfanlage, oder einer Erweiterung zu Ende gehen. Zunächst möchte ich vorausschicken, dass ich keineswegs die Vorgaben der Umweltorganisation nach rede. Dies um so weniger, weil viele Vorgaben dieser Organisationen von unserem vorbildlich gebauten Golfplatz in Schotten abgenommen wurden. Abgesehen davon hat sich gezeigt, dass durch Erfahrungen in der Praxis und durch Forschungsergebnisse ständig neuen Erkenntnissen in die Praxis getragen werden. Deshalb gehe ich zum größten Teil von meinen eigenen Erfahrungen aus, die ich hier und auf anderen Plätzen gemacht habe. Auch wurden mir dankenswerter Weise viele Anregungen und Verbesserungsvorschläge von meinen oft sehr fachkundigen Besuchern gemacht. Dafür war ich diesen immer sehr dankbar.
Zunächst muss bei der Planung berücksichtigt werden, dass die Spielflächen durch beruhigte Pflanzungen gegenseitig abgegrenzt werden, und somit "Sicherheitszonen" bilden. Diese dienen der Sicherheit der Spieler und als Rückzugsgebiete für Pflanzen und Tiere.
Auf Anfrage erhalten Sie Platzskizzen mit Bepflanzungen zwischen den Bahnen.
a.) Die Sicherheit geht aus der Platzskizze hervor. Hier sind Hindernisse in Form von Bäumen, Hecken, Gewässer oder Sandhindernisse in der Art angelegt, dass - Spieler am Abschlag nicht gefährdet werden
- die Bälle vom Tee aus oder von der Bahn aus nicht auf andere Bahnen fliegen können.
- die Spieler auf den Grüns geschützt werden; kurz, die Sicherheit der Spieler ist oberstes Gebot.
Diese Pflanzungen zwischen den Bahnen und die sogenannten Sicherheitszonen müssen miteinander vernetzt werden.
Ruhezonen - beruhigte Zonen
Sie sollten in einem Verhältnis von 1 : 2 stehen, das heißt, doppelt so große Ruhe- oder Roughflächen wie die Spielflächen. 1/3 Spielfläche 2/3 Ruhezone/Rough; wenn genügend Land vorhanden ist sollten die Ruhezonen vergrößert werden. Dies ergaben wie bereits erwähnt, Untersuchungen in England. Diese Untersuchungen bestätigten, dass auf solchen Golfplätzen eine vorbildliche Population an Fauna und Flora entstanden war. So wie diese Flächen der Sicherheit der Golfspieler dient, so dienen diese vernetzten Flächen dem ungestörten Wachstum von Pflanzen und Tieren, als Brutstätten für Vögel.
Dies genau ist das berechtigte Anliegen verantwortungsbewusster Naturschützer. Vorausgesetzt, diese Flächen werden, frei von Chemie und bis zur Aussaat der Wildpflanzen ungemäht gehalten;
Nur so siedeln sich hier allerlei Pflanzen und Tiere an. Diese werden auch nicht gestört von Bälle suchenden Golfern. Diese Erfahrungen habe ich in den letzten 15 Jahren selbst gemacht.
Die Verbindungen/Vernetzung der Roughs, der beruhigten Lebenszonen für Tiere und Pflanzen ist gegeben, wenn keine weiteren Abstände als 14 Meter dazwischen liegen, sagen Fachleute .
Hier sollten selbstverständlich vorhandene Pflanzenformationen erhalten oder aus einheimischen Hecken angelegt werden. Naturschutzgesetze und Umweltorganisationen fordern, dass keine Rodungen stattfinden. Diese Forderungen sind vernünftig, so dass bei unumgänglicher Rodung begrenzter Flächen, unbedingt Ausgleichmaßnahmen vorgenommen werden. Mir selbst ist es schon gelungen, mit Hilfe eines Baggers über 4 Meter hohe Bäume erfolgreich zu versetzen. Ich werde in der Folge immer wieder darauf hinweisen, dass alle Bau (und spätere Pflegemaßnahmen) dem Gelände und dem Klima angepasst sein müssen.
Es ist nicht sinnvoll, exotische Pflanzen auf dem Golfplatz ansiedeln zu wollen. Aber auch hier muss mit Sachverstand abgewogen werden, zwischen reinen Zierpflanzen und fruchttragenden Pflanzen, von denen sich z.B. im Winter die Vögel ernähren, auch wenn sie nicht standortgemäß sind. Es sollte bei allen Überlegungen klar sein, dass eine Kooperation mit der Natur und dem Mensch angestrebt wird. D.h. wir dürfen nicht die ganze Erde zu betonieren mit Straßen und Parkplätzen. Andererseits kann es auch nicht der Plan sein, die Natur über alles hinweg wuchern zu lassen und Mensch und Haus zu ersticken.
Auf den Golfplatzbau übertragen bedeutet das, ein Drittel Spielflächen und zwei Drittel beruhigte Zonen/Roughs/Hecken und Wald. Mindestens von jedem die Hälfte. In Ungarn habe ich vor einigen Jahren eine Golfplatzvorplanung gemacht, bei der ca. einhundert registrierte , alte schöne Bäume in einem Schlosspark in einen Teil des Golfplatzes integriert werden mussten. Bei etwas gutem Willen kommt man ohne Rodungen aus.
Die Golfbahnen sollten nicht planiert werden. CATERPILLER sind nach dem Naturschutzgesetz nicht nur verboten, weil sie die Landschaft nachhaltig verändern , sondern auch sehr unnützlich: beim Golfclub Schotten wurden keinerlei Veränderungen an den vorgegebenen Bodenunebenheiten vorgenommen. Unebenheiten sind für das Spiel von der Bahn in keiner Weise schädlich, sondern stellen eher eine kleine Herausforderung an die Spieler dar, die den Golftag abwechslungsreich und interessanter macht. Für die Pflanzen jedoch sind die Unebenheiten das wahre Allheilmittel.
Entstehen auf glatten Flächen durch Chemie und gleichmäßige Mähhöhe unweigerlich eine Monokultur, anfällig für die unterschiedlichsten Krankheiten, so wachsen in den Wellen unserer Golfbahnen in Schotten viele verschiedene Grassorten und viele andere Pflanzen, die es verstehen , sich flach auf dem Boden auszubreiten. Und das sind viele die das können. Nur durch diesen Artenreichtum werden Krankheiten vermieden und starker Insektenbefall.
Die Ursache für diese Pflanzenvielfalt ist der Umstand, dass Mähmaschinen in den Unebenheiten nicht so gleichmäßig mähen können und unterschiedliche Pflanzenhöhen verursachen. (jede Pflanze hat einen anderen Wachstumspunkt) Der Nutzen dieser Pflanzenvielfalt, ist eine gesunde Vegetation. Keine Insektenplage, keine Krankheiten im Winter oder im heißen Sommer.
Oft verlangen schwache Golferinnen und Golfer breite Bahnen ohne Hindernisse. Hier kann ich nur raten, einige Golfstunden beim Pro zu nehmen. Dann wird das Spiel gerade und der Mensch hat mehr Freunde an seinem Golfspiel und an der schönen Natur, die er rings um sich herum sieht , riecht und vielleicht auch spürt.. Jeder Golftag wird reicher, wenn man auch ein Auge für die Natur hat. Paradox finde ich es , wenn Golfer von den urigen Golfplätzen im Urlaub in Schottland oder Irland schwärmen, wo sie hundert Bälle verschossen haben und zu Hause, auf dem eigenen Platz möglichst jedes Hindernis ausgemerzt haben wollen . Anstatt ein interessantes ,schwierig zu spielendes Grün wie im Fernsehen, lieber einen großen grünen Trichter als Grün gebaut haben möchten, wo der Ball unwillkürlich ins Loch rollt, egal wohin er gespielt wurde....
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