Landschaftsplatz
Duft von Chanel, chromblitzende Nobelautos, ein Clubhaus mit Marmortreppen in dem ein glutäugiger Italiener den Golfclubmitgliedern den Cappuccino serviert. Drumherum eine nicht enden wollende Rasenfläche mit den dunkelgrünen Tupfern der Grüns, darauf die roten Fähnchen. Unterbrochen von schneeweißen Sandhindernissen um die Grüns verteilt. Haushohe Rhododentron-Büsche und uralte Bäume : so stellt sich der unkomplizierte Laie einen traditionellen Golfplatz schlechthin vor.
Jedenfalls war dies lange Jahre die landläufige Meinung. Das diese Edelwelt nur von einer kleinen Gruppe - meist unter 1000 Menschen - die sich in einem Verein zusammen geschlossen hatten, benutzt und bezahlt wurde, trug dazu bei, dass der Sport als sehr teuer und somit als elitär galt. Dazu muss gesagt werden, dass diese wenigen Golfer tatsächlich die sehr teure Unterhaltung ihrer Golfanlage selbst bezahlen.
Dies im Gegensatz zu anderen Sportanlagen, wie z.B. Fußballplätzen, Schwimmbädern usw.Ein Quäntchen Wahrheit ist natürlich überall dabei. Nur heute hat sich das tatsächlich existierende Bild sehr geändert. Immer mehr Golfanlagen werden von Betriebsgesellschaften den Vereinen zur Verfügung gestellt. Das dies nicht immer gut geht, beweisen zahlreiche Beispiele geprellter Golfer/innen.
Nachdem der Mensch die Erde besonders in den letzten zweihundert Jahren reichlich zerfurcht, verbaut und mit Chemikalien verseucht hatte, setzte in den letzten Jahren glücklicherweise ein Umdenken ein. Sensible, verantwortungsbewusste Menschen - Naturschützer, in Deutschland leichthin "Grüne" genannt, warnten und beschworen die Entscheidungsträger, die Politiker und Industriellen, Landschaftsplätze zu gestalten. Der Sinn eines Landschaftsplatzes ist der Schutz der Natur im Golfplatzbau.
Es ist selbstverständlich, dass ein Wandel von Althergebrachtem und Gewinnbringendem weg, nicht unmittelbar einsetzen konnte.Spektakuläre Aktionen von Umweltschutzorganisationen sorgten für Aufmerksamkeit und für Gehör der Warner.
Größere Gruppen der Bevölkerung schlossen sich zusammen und forderten den Schutz der Natur, den Erhalt der Ressourcen. Unweigerlich musste diese Entwicklung auch auf die Golfanlagen übergreifen. Dazu kommt eine gute Portion Sozial-Neid, denn die Kritiker kommen zum großen Teil aus der Riege der jungen Intelligenz. Die voll Idealen, aber in jungen Jahren noch ohne großes Einkommen, mit einem gesunden Neid auf die Golfer schauen und die Kosten für Golf noch nicht aufbringen können und nicht die Zeit für den Sport haben.
Dies alles betrachte ich als eine natürliche, gesunde Entwicklung, die auch im Golf Veränderungen fordert. Da aber Veränderungen seit Jahrmillionen dafür verantwortlich waren, dass wir Menschen überhaupt entstanden sind und wir heute so gut und bequem leben können, sind Veränderungen sinnvoll und wünschenswert.Nun aber kommt der Pferdefuß: Wie verändern? Wie weit kann man sinnvoll gehen? Wie weit muss man gehen? Wer berät, wer befiehlt?
In Deutschland hat zu Beginn der Siebziger Jahre auf diesem Gebiet eine unangenehme Auseinandersetzung stattgefunden, die in einigen Fällen zu mächtigen Streitigkeiten führte zwischen Golfclubs/Golfplatzbauern einerseits und den Naturschutzverbänden, die hier in Deutschland bei der Planung inzwischen ein gewichtiges Wort mitzureden haben, andererseits. Ein gewichtiges Wort bei der Flächen-Nutzungsplanung ist gerechtfertigt. Denn ....
GELD können wir nicht essen. Natur muss erhalten werden. Darf nicht zerstört werden. Das heißt, Natur darf nicht zersiedelt, zubetoniert und von Chemie verseucht werden. Schützenswerte Flächen mit seltenen Pflanzen und Tieren müssen strikt geschützt werden. Naturparks, Naturschutzgebiete existieren in fast allen Ländern.
Die Österreicher z.B. sind auf diesem Gebiet um den Neusiedlersee seit vielen Jahren vorbildlich. Hier dürfen nur Fuhrwerke und Radfahrer und Fußgänger hinein.
Kein Mensch wird hier Kritik üben. Andererseits wollen die Menschen aus Ballungsgebieten, aus den Städten heraus in die Natur. Spazieren gehen, wandern, campen und Sport treiben. Sport treiben ist ein wichtiger sozialer Aspekt für die Volksgesundheit und die Volkszufriedenheit. Dies trifft in besonderem Maße auch auf den Golfsport zu.
Im Grunde besitzt jeder Golfplatzerbauer die besten Optionen für Umweltschutz und Landnutzung; für Erholung und Freizeit, in Form sportlicher Aktivitäten, einer wichtigen Kategorie der Landschaftsökologie. Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten ist Golf aus landschaftsökologischer Sicht kein Massensport mit großen Zuschauermengen. Stattdessen betätigen sich Sportler selbst aktiv auf einem großen Gelände, so dass die reine Belastungsdichte minimal ist.
Aktiv Sport treiben bis ins hohe Alter, wie dies bei keinem anderen Sport möglich ist. Dies in der gesunden feien Natur. Optimale Voraussetzungen für Mensch und Umwelt also, wenn zwei wichtige und unumgängliche Voraussetzungen erfüllt werden:
1. Das Gelände sollte Jedermann/frau zur Verfügung stehen, also, ein "Öffentlicher Golfplatz"sein. 2. Das Gelände auf dem der Golfplatz entstehen soll, darf nicht verändert oder nachhaltig beeinträchtigt werden (§8 Bundesnaturschutzgesetz von 1976). Auf beiden Bereichen wurde in Deutschland in der Vergangenheit manches falsch gemacht. Siehe dazu Bericht 1 + 2
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